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Kritik des Sexismus, deren Industrie und Propagandisten / aus Sicht der Negativen Dialektik
Montag, 24. August 2026
Digitale Gewalt gegen Frauen | Stoppt die Aggressoren
Von Cybermobbing bis pornografischen Deepfakes
Digitale Gewalt gegen Frauen und wo das Strafrecht hier steht. Gäste: Patricia Hofmann, Rechtsanwältin & Veronika Kracher, Soziologin und Autorin. Moderation: Marlene Nowotny. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at
8. April 2026, 13:00
Schülerinnen, die eine Schule verlassen, weil sie in Sozialen Medien
oder Klassenchats systematisch gemobbt werden; Politikerinnen, die sich
aus der Öffentlichkeit zurückziehen, weil Angriffe auf digitalen Kanälen
kein Ende nehmen; Frauen, die damit konfrontiert werden, dass
gefälschte, sexualisierte Bilder von ihnen im Internet verbreitet werden
- geschlechtsspezifische Gewalt erstreckt sich auf unterschiedliche
Lebensbereiche und hat eben nicht nur eine physische, psychologische
Dimension.
Bei vielen dieser Gewalttaten handelt es sich bereits heute um
Straftatbestände, dazu zählen Cybermobbing oder Cyberflashing. Im Fall
von sexualisierten Deepfakes, also von pornographischen Bildern und
Videos, die mit Hilfe spezifischer KI-Anwendungen erstellt werden, gäbe
es jedoch großen rechtlichen Nachholbedarf, sagt die Anwältin Patricia
Hofmann. Sie spricht in dieser Ausgabe von "Punkt eins" über die
Handlungsmöglichkeiten von Opfern solcher Formen digitaler Gewalt und
die rechtlichen Lücken, die derzeit diskutiert werden.
Eine Diskussion, die die deutsche Journalistin und Schauspielerin
Collien Fernandes wegen eigener Gewalterfahrungen vor Kurzem ins Rollen
brachte: Jahrelang kursierten pornographische Bilder von ihr im Netz,
erstellt mithilfe sogenannter "Nudify Apps". Diese Anwendungen
produzieren sogenannte "Deepfakes", die "echte" Gesichter und gefälschte
sexualisierte Darstellungen zusammenbringen.
Der aktuelle Fall von Collien Fernandes zeigt einen weiteren Aspekt der
Problematik deutlich: Sprechen Opfer über solche Gewalterfahrungen, ist
das Risiko weitere Angriffe groß. Fernandes wird in Sozialen Medien von
vielen verhöhnt und bedroht.
Opfer von Gewalt zu verhöhnen - diese Form des Frauenhass ist in
Sozialen Medien omnipräsent. Inwiefern die Plattformen selbst von der
digitalen Misogynie profitieren, ist eines der Themen, das die
Soziologin und Autorin Veronika Kracher in ihrem aktuellen Buch "Bitch
hunt" beleuchtet. Darin zeigt sie auch, wie der digitale Frauenhass die
alltägliche Diskriminierung in einer patriarchalen Gesellschaft
verstärkt.
Auch sogenannte Rachepornos sind Ausdruck dieser Misogynie. Im Jänner
2026 wurde die Social Media Plattform "X" etwa mit zahlreichen
gefälschten Nacktbildern von erwachsenen und minderjährigen Frauen
überschwemmt. Der KI-Chatbot Grok machte das möglich - Nutzerinnen und
Nutzer konnten Grok auffordern von auf der Plattform geposteten Bildern
sexualisierte Versionen zu erstellen, ohne Einverständnis der
Abgebildeten.
Das soll, wenn es nach Frauenrechtsorganisationen geht, zukünftig nicht
mehr möglich sein. Es werden rechtliche Konsequenzen und strengere
Gesetze gefordert: Opfer sollen bei der Ausforschung der Täter
unterstützt werden, "Nudify Apps" sollen verboten werden bzw. Opfer ein
Recht auf komplette Löschung erhalten, falls solche Inhalte kursieren.
Zudem wird diskutiert, ob nur die Verbreitung dieser Bilder oder bereits
das Herstellen strafrechtlich relevant sein sollen.
Wo die Diskussion in Österreich steht, wer vom digitalen Frauenhass
profitiert und welche Veränderungen es im Strafrecht braucht, um Opfer
sexualisierter digitaler Gewalt zu schützen, diskutiert Marlene Nowotny
mit Patricia Hofmann und Veronika Kracher.
Und mit Ihnen: Nehmen Sie am Gespräch teil und stellen Sie Fragen,
telefonisch unter 0800 22 69 79 während der Sendung oder unter
punkteins(at)orf.at
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